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Unser ganz persönlicher "Independence Day"



Hallo liebe Gemüse-Freunde,

vielleicht habt ihr euch gewundert, warum es hier in letzter Zeit etwas ruhiger war. Die Wahrheit ist: Hinter den Kulissen der Marktgärtnerei lagen die Nerven blank. Es ging in den letzten Wochen um nichts Geringeres als die Zukunft unseres Gartens. Aber seit gestern können wir endlich durchatmen und feiern – wir hatten unseren ganz persönlichen „Independence Day“!


Wenn die Existenz an 15 Metern hängt





Ein Garten braucht Licht, Liebe und vor allem: Wasser. Und genau das war unser riesiges Sorgenkind. Ich will ehrlich zu euch sein: Ich hatte erbärmliche Angst. Die Behörden hatten uns bei der Brunnenbohrung streng auf maximal 15 Meter Tiefe begrenzt. Wer schon mal gebohrt hat, weiß: Entweder man findet dort Wasser, oder man hat ein sehr teures Loch im Boden. Für uns stand alles auf dem Spiel – es hätte ohne Wasser schlichtweg meine letzte Saison sein können.

Als wäre das nicht Nervenkitzel genug, war die Logistik ein Albtraum. Die Zufahrt zum Feld ist ohnehin schlecht, und der erste geplante Fundort war nur über das Grundstück der Nachbarn zu erreichen, also raus.

Gestern kam dann der Tag der Wahrheit. Der Brunnenbauer war da, schwere Maschinen rollten an. Unser Garten sieht gerade ehrlicherweise ein wenig ramponiert aus – der Boden hat gelitten, die Spuren der Aktion sind unübersehbar. Aber wisst ihr was? Das ist uns völlig egal. Denn der Bohrversuch hat funktioniert! Wir haben demnächst fließendes Wasser direkt auf dem Feld. Oh mein Gott, ihr glaubt gar nicht, was für eine Last in diesem Moment von mir abgefallen ist.


Der doppelte Meilenstein: Marke Eigenbau!


Und weil man Feste feiern muss, wie sie fallen, haben wir diese Woche direkt den doppelten Befreiungsschlag geschafft. Mit letzter Kraft, viel Tüfteln und einem ewigen Hin und Her haben wir zeitgleich unsere Insel-PV-Anlage in Gang gebracht. Niemand baut sowas gerne ohne Stromanschluss.

Also: Selber machen.

Ab jetzt produzieren wir unseren eigenen Strom für die Gärtnerei.


Wasser sicher, Strom sicher. Wir sind unabhängig!



Neues Leben auf dem Feld: Zwischen Flausch-Alarm und Unhöflichkeit.



Als ob das nicht schon genug Trubel gewesen wäre haben nämlich tierischen Zuwachs bekommen!

Zum einen haben wir jetzt eine Enten-Männer-WG auf dem Gelände. Die Jungs leben sich gerade ein und machen sich gut.

Zum anderen haben wir seit 4 Wochen drei neue, flauschige Mitbewohner: Unsere Hofkatze hat drei gesunde Babys zur Welt gebracht! Alle sind wohlauf und zuckersüß. Allerdings musste ich dabei eine ganz neue Erfahrung machen: Es ist erstaunlich, wie viele Menschen plötzlich das dringende Bedürfnis verspüren, ungefragt auf meinem Feld die „Katzenmutti“ zu spielen. Von gut gemeinten Vorträgen bis hin zu klugen Ratschlägen, was ich zu tun und zu lassen habe, war alles dabei.


Den Kleinen und der Mama geht es blendend, wir haben alles im Griff und vielleicht brauchen Tiere einfach auch mal Ihre Ruhe und dürfen ihrem Instinkt nachgehen.


Danke für eure Geduld!


Der Garten wird sich in den nächsten Tagen von dem Trubel erholen, und wir uns hoffentlich auch. Jetzt, wo die Existenz der Gärtnerei gesichert ist, schmeckt das Gemüse gleich noch viel besser.

In den nächsten Kisten steckt also nicht nur frisches Grün, sondern auch eine kräftige Portion Erleichterung und ganz viel Zukunft!

Bis bald auf dem Feld


Martina

 
 
 

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